Camino
Felder
Die Wiederholung grüner Felder und blauer Horizonte. Oder etwa doch nicht? Beim Durchqueren der Meseta kehrt dieselbe Landschaft immer wieder zurück, und doch fallen die feinen Unterschiede zwischen den einzelnen Ansichten zunehmend auf.
Entlang des Camino war ich fast ständig von ein und derselben Landschaft umgeben: weiten grünen Feldern, sanften Hügeln und einem gewaltigen Himmel, der sich gefühlt alle paar Minuten veränderte.
Zuerst sahen viele dieser Orte nahezu identisch aus. Doch nachdem ich tagelang durch sie hindurchgegangen war, fing ich an, die kleinen Unterschiede wahrzunehmen. Die Form des Landes, die Art, wie sich die Feldfrüchte im Wind bewegten, das Licht vor einem Gewitter oder wie völlig verschieden sich derselbe Art von Feld am Morgen und am Abend anfühlen konnte.
Es gab viele andere Landschaften am Wegrand des Camino, aber es zog mich immer wieder zu diesen Feldern zurück. Ich fotografierte sie, wann immer mich etwas für einen Moment innehalten liess, meist mitten im Gehen, während einer kurzen Pause oder ganz einfach dann, wenn das Licht meine Aufmerksamkeit weckte.
Nach einer Weile wurden sie zu den Dingen, die ich am stärksten mit dieser Reise verband. Vertraut, wiederkehrend und doch jedes Mal ein wenig anders.
Hintergrund des Projekts
Dieser Abschnitt bietet ein wenig Kontext, um die Bilder und die Ideen hinter dem Projekt besser zu verstehen. Er erklärt, wie die Arbeit entstanden ist, was sie erforscht und was dir beim genauen Betrachten auffallen könnte.
Projektphilosophie
Die Herangehensweise und die Ideen, die diesem Projekt zugrunde liegen, werden im Folgenden erläutert.
Wiederholung
Sich wiederholende Landschaften beruhigen den Geist. Die Gleichförmigkeit wird zu einem Rhythmus, der die Gedanken verlangsamt und ein ruhiges inneres Tempo entstehen lässt.
Kleine Unterschiede
Wenn alles gleich aussieht, gewinnt selbst die kleinste Veränderung an Bedeutung. Der Blick schärft sich, der Geist wird aufmerksamer und gegenwärtiger.
Felder
Offene Felder wirken wie ein freier Raum im Kopf: weit, ruhig, beständig. Sie nehmen die Spannung und laden zur Reflexion ein, ohne sie zu erzwingen.
Grün und Blau
Grün erdet; Blau weitet. Zusammen bringen sie den Geist ins Gleichgewicht: das eine stabilisiert, das andere öffnet ein Gefühl von Klarheit und Weite.
Dokumentation
Fotografiert zwischen dem 29. April und dem 7. Mai auf dem Caminoweg von Cirauqui nach Hontanas, Spanien.
Arbeitsweise und Technik
Die Ausrüstung, die Bearbeitung und die konzeptionellen Entscheidungen hinter dem Projekt.
01 Ausrüstung
Aufgenommen mit der Sony A7IV und dem Zoomobjektiv Sony FE 20-70mm F4 G unter Verwendung eines variablen ND-Filters.
02 Konsistenz durch Farbe & Atmosphäre
Eine einheitliche Palette aus Grün- und Blautönen schafft visuelle Harmonie über die gesamte Serie hinweg.
Die lebendige Bearbeitung verstärkt den natürlichen Kontrast zwischen Land und Himmel und stellt die Stimmung in den Vordergrund statt dramatischer Effekte.
03 Weite Perspektive und Querformat
Die meisten Bilder sind in einem weiten Querformat komponiert.
Diese Bildkomposition betont Weite und Wiederholung und lässt die Felder als durchgehenden visuellen Rhythmus über das Bild hinwegfliessen.
04 Natürliches Licht, freier Himmel
Die Motive stützen sich gänzlich auf das vorhandene Licht – weiche, gedämpfte Morgenstunden oder helles Tageslicht unter weitem Himmel.
Dies bewahrt die Authentizität und hält die natürlichen Farbtöne fest, welche die Serie prägen.
05 Wiederholung durch Distanz & Winkel
Die Kamera wird häufig aus ähnlicher Entfernung und Höhe positioniert, wodurch eine sich wiederholende Perspektive entsteht.
Diese Beständigkeit sorgt dafür, dass kleine Abweichungen in den Feldern, am Himmel und im Licht umso stärker auffallen und an Bedeutung gewinnen.
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